Einsätze
Hochwassereinsatz in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg
Böblingen/Stuttgart, 06.07.2010. In den frühen Morgenstunden traten am vergangenen Sonntag in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg, sowie in der Landeshauptstadt zahlreiche Bäche über die Ufer und überschwemmten komplette Stadtteile. Die Helfer des THW OV Böblingen wurden gegen sieben Uhr durch die Leitstelle Böblingen alarmiert.
Gewitterzellen mit Starkniederschlägen von über 100 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 3 Stunden waren einfach zuviel. Die Bäche und Kanalisationen konnten die Wassermassen nicht mehr fassen und verwandelten innerhalb kürzester Zeit ganze Straßenzüge in reißende Ströme.
Aufgrund der massiven Schadenslage forderte die Leitstelle Böblingen Lenzpumpen zur Unterstützung der Feuerwehren im Landkreis Böblingen, sowie ein Fachberater zur Unterstützung der Leitstelle an.Das THW übernahm zunächst Pump- und Sicherungsarbeiten im Bereich des Max-Plank-Gymnasiums. Hier stand eine Tiefgarage bis zu 1,50m unter Wasser. Mit Hochleistungspumpen förderten die Helfer hier bis zu 9000 Liter Wasser pro Minute aus dem Untergeschoss.
Die Lage in den Nachbarkreisen wurde derweil immer dramatischer, so dass nach dringendem Ersuchen der THW Geschäftsstelle in Stuttgart auch Einheiten für den überregionalen Einsatz in Stuttgart und im Landkreis Ludwigsburg freigemacht werden mussten.
Gemeinsam mit insgesamt 300 Kameraden aus den THW Ortsverbänden Backnang, Bietigheim-Bissingen, Böblingen, Calw, Leonberg, Ludwigsburg, Schorndorf, Stuttgart, Freudenstadt, Karlsruhe, Kirchheim, Niefern-Öschelbronn und Ostfildern wurden zahlreiche Hallen, Keller, Schulen und Tiefgaragen ausgepumpt.
Die Böblinger Helfer arbeiteten gemeinsam mit Kameraden aus dem Ortsverband Ludwigsburg die Einsatzstelle in der Tiefgarage des Schwieberdinger Rathauses ab. Wie alle THW Einheiten, wurden die Kameraden der Einsatzleitung der örtlichen Feuerwehr und deren Einsatzabschnittsleitungen unterstellt. Zum Einsatz kamen hier vor allem Elektrotauchpumpen mit Pumpleistungen von 800 l/Min bis zu 3000 l/Min. So erreichte man alleine an dieser Einsatzstelle eine Förderleistung von ca. 8000 Liter pro Minute. Die Stromversorgung wurde durch die Fachgruppe Elektroversorgung aus Ludwigsburg sichergestellt.
Zur Ablösung der Einsatzkräfte wurden diese frühzeitig in Schichten eingeteilt, so dass die Einsatz- und Pumpbereitschaft der einzelnen Einheiten auch über mehrere Tage aufrecht erhalten werden konnte. Einsatzende für den Ortsverband Böblingen war am Montagabend nach Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft.
Wir danken den Feuerwehren und allen Beteiligten für die sehr gute Zusammenarbeit, den Arbeitgebern für das Verständnis und die unkomplizierte Freistellung der Helferinnen und Helfer. Der Einsatz hat zum wiederholten mal gezeigt, wie viel man im Ehrenamt gemeinsam leisten und bewegen kann.